Mittwoch, 19. November 2014

Gomoku Yakisoba: Nudeln mit fünf Köstlichkeiten

Weil Bohnenpaste nicht gleich Bohnenpaste ist...


Eigentlich hatte ich euch nach dem Khao Phad Sapparot ja eine chinesische Süßspeise versprochen. Die Zubereitung der gefüllten Reisbällchen war auch schon im vollen Gange: Der Klebreis war gedämpft, die Kokosmilch und die süße Bohnenpaste standen bereit. Und gerade, als ich mich dem Füllen der Bällchen widmen wollte, konnte mein Freund - zum Glück - nicht widerstehen, hat von der Bohnenpaste genascht und in einer Mischung aus Ekel und Überraschung das Gesicht verzogen.
Er: "Die ist aber nicht süß!?"
Ich: "Wie, die ist nicht süß?!" 
Da hab ich auch mal probiert. Und tatsächlich. Die Paste war salzig. Geschmacklich zwar nicht schlecht, aber auf jeden Fall nicht zum Füllen der süßen Bällchen geeignet. Hrmpf. Da habe ich mir wohl leider einen kleinen Fehlkauf geleistet und anstelle der süßen Paste die Salzige mit nach Hause genommen. Doof sowas. Zu meiner Verteidigung: Es ist gar nicht so einfach, als Europäerin den Überblick in dem riesigen Asia-Supermarkt zu behalten... überall exotische Zutaten in seltsam anmutenden Verpackungen und ungewohnt schrägen Designs... da kann man schon mal daneben greifen. Jaaa... guuuuut... Alle Waren sind  extra nochmal deutsch beschriftet... aber ich war halt abgelenkt. Von den knalligen Verpackungen. Und den fremd anmutenden Supermarkt-Artikeln. Dem asiatischen Flair. Und überhaupt. War auf jeden Fall nicht meine Schuld. Dieser Fehlkauf. ;-)

Weil der Asia-Supermarkt nicht gerade bei mir ums Eck rum ist, muss ich euch wegen des Klebreisbällchen-Rezepts leider nochmal vertrösten. Doch wie sacht man nicht so schön? The show must go on! Darum mach ich jetzt einfach weiter im asiatischen Blog-Programm. Statt den süßen Bollos gibt´s für euch heute Gomoku Yakisoba. Zu Deutsch: Nudeln mit fünf Köstlichkeiten.

Welcome to Japan: 

Gomoku Yakisoba Yakiudon

 

Gomoku Yakisoba: Eine japanische Gemüse-Pfanne. foto: martina lakotta



Kleine asiatische Nudel-Kunde


Wie der Name schon verrät, treffen hier japanische Nudeln auf fünf leckere Kostbarkeiten. Die Nudel wird in unseren Gefilden ja eher der italienischen Küche zugeschrieben. Einige Historiker vertreten jedoch die These, dass es Marco Polo gewesen sein soll, der die Nudel überhaupt aus China mit nach Italien gebracht hat. Also ist die Nudel vielleicht doch keine ur-europäische Speise. Wie dem auch sei. Das tut dem Pasta-Hunger der Deutschen nichts ab. Doch Pasta geht auch anders. Asiatisch nämlich. So haben sich auch viele japanische Restaurants auf Nudeln spezialisiert: Dort stehen Nudeln mit Soße, Nudeln in der Suppe oder Nudeln mit Gemüse und Seetang auf der Speisekarte. Asiatische Nudeln werden aus unterschiedlichen Zutaten hergestellt: Aus Reis, Mungobohnen, Weizen, Krabben, Seetang, Mais oder Buchweizen. Einige Nudeln enthalten Ei, viele kommen auch ohne aus. Die japanischen Nudeln aus Weizen nennt man Udon. Es gibt sie frisch, vorgekocht oder (meist) getrocknet zu kaufen. Sie werden in Bündeln verkauft. Ein dünner Streifen aus Papier hält die Udon zusammen. Und genau diese Udon brauchen wir auch für ein möglichst authentisches Gomoku Yakisoba.

Rechts oben seht ihr die gebündelten Udon-Nudeln, die es für ein authentisches Gomoku Yakisoba braucht. foto: martina lakotta

Von Pilzen und anderen Zutaten


Neben den Udon kommen Tofu, Karotten, Paprika, Schlangenbohnen und getrocknete Shiitake-Pilze in das Gomoku Yakisoba. Shiitake sind reich an Eiweiß. Davon enthalten sie sogar doppelt so viel, wie unsere Champignons. Der Geschmack der getrockneten Shiitakes ist ziemlich intensiv. Sie schmecken leicht süß, etwas säuerlich und sind ziemlich fleischig. Ich habe das Gomoku Yakisoba in der letzen Woche zwei Mal zubereitet. Das erste Mal mit den getrockneten Shiitakes, das zweite Mal mit gewöhnlichen Champignons.  Denn um ehrlich zu sein, war die Konsistenz der getrockneten und dann aufgeweichten Shiitakes nicht so ganz nach meinem Geschmack. Die waren mir irgendwie zu gummig und süß. Deswegen gab´s die Nudeln beim zweiten Mal mit Champignons. Da hat mir das Ganze gleich viel besser geschmeckt :) Als dritte und letzte Variante könnte man auch getrocknete Steinpilze verwenden. Das spielt so manch fleißigem Pilz-Sammler sicherlich in die Karten. Außerdem habe ich noch ein paar Sojasprossen in die Pfanne gegeben. Genau genommen handelt es sich bei meiner Variante also um Nudeln mit sechs Köstlichkeiten. ;-)


Statt Shiitake habe ich bei meinem zweiten Gomoku-Yakisoba-Versuch auf heimische Champignos zurückgegriffen. Auch getrocknete Steinpilze sind eine Option. Außerdem habe ich noch eine sechste Köstlichkeit hinzugefügt: Sojasprossen. foto: martina lakotta



Schlichte Würze, voller Geschmack: Gomoku Yakisoba aus Pfanne oder Wok


Chili, Ingwer und Knoblauch verleihen dem Gomoku Yakisoba eine angenehme Schärfe. Außerdem wird die Nudel-Gemüse-Pfanne mit Sake, Hoisin und Soja-Soße gewürzt. Anstelle von Sake kann man aber auch auf Sherry zurückgreifen. Alles recht simpel. So kommt der Eigengeschmack von dem Gemüse besser zur Geltung. Übrigens wird in Japan traditionell kein Wok verwendet. Dafür kennt man dort verschiedene Formen von Pfannen. Aber wer will, kann das Gomoku Yakisoba natürlich auch im Wok zubereiten. 


In Japan wird traditionell nicht mit dem Wok gekocht. Dafür kennt man dort Pfannen in unterschiedlichster Gestalt. Ich selbst bin allerdings auch nicht in Besitz irgendeiner japanischen Traditionspfanne - da tut es auch eine Herkömmliche. foto: martina lakotta


Was ihr für Gomoku Yakisoba (4 Portionen) braucht...

 
15 g getrocknete Shiitake, getrocknete Steinpilze oder paar Champignon-Köpfchen
250 g japanische Udon (alternativ tuen es auch andere asiatische Weizennudeln)
200 g geräucherten Tofu
1 Knoblauchzehe
5 cm Ingwer
1 kleine Chili
1 rote Paprika
2 Karotten
1 handvoll Sojasprossen
150 g Brechbohnen
Erdnussöl zum Braten
2 EL Sake oder Sherry
1 EL helle Sojasoße
2 EL Hoisin
0,5 - 1 TL Salz
Pfeffer


Was ihr für Gomoku Yakisoba machen müsst...


1.) Die getrockneten Pilze 30 bis 40 Minuten in heißem Wasser einweichen. Nudeln nach Packungsanweisung kochen, kalt abschrecken und bei Seite stellen.

2.) Den Tofu in dünne Scheiben schneiden. Knoblauch, Ingwer und Chili fein hacken. Paprika und Karotten in dünne Streifen schneiden. Wenn ihr keine getrockneten Pilze verwendet, bleiben noch die Champignons zu vierteln.

3.) Öl in Pfanne oder Wok erhitzen und den Tofu von beiden Seiten knusprig anbraten, herausnehmen und auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen.

4.) Nochmal etwas Öl in Pfanne oder Wok erhitzen. Ingwer, Knoblauch, Chili, Karotten, Paprika, Pilze, Sprossen und Bohnen ein paar Minuten rührbraten, sodass das Gemüse bissfest ist.

5.) Tofu und Nudeln mit dem Gemüse vermischen. Mit Sake, Sojasoße und Hoisin würzen. Mit Salz und Peffer abschmecken und heiß servieren.


Mmmmmh...fertig ist die japanische Nudelpfanne. Lasst euch euer Gomoku Yakisoba schmecken. foto: martina lakotta

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